Offener Brief an Landespolitik, märkische Wirtschaft und Öffentlichkeit
Planungssicherheit und Verlässlichkeit sind die Währungen, in denen die unternehmerische Zukunft unserer Region gehandelt wird. Doch genau dieses Fundament wird derzeit durch die aktuelle haushaltspolitische Debatte in Brandenburg (KitaFinG, Doppelhaushalt 2025/2026) massiv gefährdet. Der Erfolg unserer Unternehmen steht und fällt mit der Verfügbarkeit qualifizierter Fachkräfte.
Wir, der Kita-Elternbeirat Potsdam, schlagen Alarm: Die Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit des Standortes Potsdam und des gesamten Landes Brandenburg stehen auf dem Spiel.
Warum uns der aktuelle Kurs alle teuer zu stehen kommt:
- Arbeitskraft in Gefahr: Über 70.000 Kinder in Brandenburg sind auf Betreuungszeiten von mehr als 40 Stunden pro Woche angewiesen. Diese Stunden korrespondieren direkt mit den Vollzeitstellen in unseren Unternehmen. Eine Unterfinanzierung zwingt Träger zu Kürzungen der Öffnungszeiten, was unweigerlich zu erzwungener Teilzeit und massiven Arbeitsausfällen führt.
- Absturz in die „Verwahranstalt“: Verbesserungen des Personalschlüssels finden sich im aktuellen Haushaltsentwurf nicht wieder. Seit Jahren aber machen wir darauf aufmerksam, dass es einer echten Vertretungsreserve für alle Betreuungsformen übergreifend bedarf. Dafür braucht es einen Personalüberhang. Ohne diese Personaldecke sei eine pädagogisch hochwertige Förderung, insbesondere in den für Schichtarbeit relevanten Randzeiten, faktisch nicht leistbar
- Standortrisiko für Potsdam und Brandenburg: Im harten Wettbewerb um Talente mit Berlin und anderen Bundesländern ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein entscheidendes Kriterium. Ein Rückbau der Betreuungsqualität ist ein fatales Signal an alle Fachkräfte, die wir so dringend für unseren Standort gewinnen wollen und müssen.
Unser Aufruf: Eine Allianz der Vernunft
Kinderbetreuung ist kein isoliertes „Sozialthema“ – es ist harte Infrastruktur- und Wirtschaftspolitik. Wir dürfen nicht zulassen, dass die Betreuungsinfrastruktur zum Bremsklotz für die Brandenburger Wirtschaft wird.
Wir fordern daher gemeinsam mit den Eltern und der Wirtschaft:
- Ein strategisches Umdenken der Landesregierung vor der Haushaltsverabschiedung.
- Die Absicherung der 3. Betreuungsstufe (über 8 Stunden) als unverzichtbaren Wirtschaftsfaktor.
- Eine Verbesserung des Personalschlüssels, um Bildung statt bloßer Verwahrung zu garantieren.
Lassen Sie uns gemeinsam eine „Potsdamer Erklärung“ unterzeichnen und ein deutliches Zeichen für die Zukunft unseres Standortes setzen.
Wir stehen bereit.